Gemeindereferentinnen Bundesverband

Sammlung und Sendung

von Marco Koch

Zweieinhalb Tage lang versammelten sich die Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten des Bistums Hildesheim zu ihren Diözesantagen in der Begegnungsstätte "Kloster St. Ludgerus" in Helmstedt. Auch in diesem Jahr hatte das Berufsgruppentreffen zukunftsweisenden Charakter. Neben der thematischen Arbeit gab es ein sehr konkretes Hoffnungssignal: Nach elf Jahren Unterbrechung wurde mit Sara Asbach wieder eine Gemeindereferentin in den seelsorglichen Dienst in der Kirche von Hildesheim ausgesendet. Für viele war es ein Moment mit Signalcharakter, als sie ihre Bereitschaft erklärte, als Gerufene am Wachstum lebendiger Gemeinde mitzuwirken, das Wort Gottes zu leben und zu verkünden, im Auftrag des Bischofs geschwisterlich mit den anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen zu arbeiten und "so Zeugnis zu geben von unserem Herrn Jesus Christus zum Heil der Menschen." Weihbischof Heinz-Günter Bongartz nahm die Bereitschaft an und bat Gott um seinen Segen für die Arbeit der neuen Gemeindereferentin.

Sara Asbach ist 26 Jahre alt, hat ihr Studium und die Berufseinführung noch im und für das Erzbistum Paderborn absolviert, zog dann aber nach der zweiten Dienstprüfung zu ihrem Mann nach Braunschweig. Seit dem 1. August 2014 ist sie dort als Gemeindereferentin in der Pfarrgemeinde St. Aegidien tätig. Frau Asbach selbst war ganz überrascht, dass ein Wechsel in das Bistum Hildesheim möglich war. Ähnlich wie viele andere war sie überzeugt, dass hier weder ausgebildet noch eingestellt wird, obwohl bereits im letzten Jahr zwei Gemeindereferentinnen (wieder-)eingestellt wurden und zurzeit zwei junge Frauen mit diesem Berufsziel an der Katholischen Hochschule Paderborn (KatHo) im Fachbereich Theologie studieren. Für die Berufsgruppe der Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten sind das nach den langen Jahren ohne Neuzugänge wichtige Schritte in Richtung Fortbestand und Weiterentwicklung des Berufes im Bistum Hildesheim, denen aber weitere folgen müssen.

Da passte es gut, dass Professor Dr. Hans Hobelsberger, Pastoraltheologe an der KatHo, als Referent zu den Diözesantagen kam. Sein Thema: "Auf der Suche nach der Begegnung von Existenz und Evangelium ".  Er legte dar, warum es aus seiner Sicht in Kirche und Pastoral zukünftig stärker darum gehen muss, dass sich Leben und Glauben begegnen und miteinander konfrontiert werden - in der territorialen Gemeinde und an vielen anderen Orten, die bis jetzt nicht im Blick sind. Diese Anders-Orte in den Fokus der Pastoral zu bringen muss auch Ziel des Studiums und der Ausbildung sein.

Die Entwicklungen im Bistum Hildesheim bieten dafür möglicherweise gute Chancen: Vielerorts wird über den Überpfarrlichen Personaleinsatz nachgedacht, der über das oftmals enge Feld der territorialen Gemeinde hinaus schaut. Fünf Pastorale Räume aus der Diözese stellten sich, ihre Ideen und Planungen vor und luden zum Austausch ein.

Zum Ende der Tagung war dann Weihbischof Heinz-Günter Bongartz zu Gast, der als Leiter der Hauptabteilung Personal/Seelsorge seine Gedanken zum Personaleinsatz und die Voraussetzungen für gelingende Pastoral formulierte. Für ihn ist und bleibt die Pfarrgemeinde - allerdings nicht auf die Gottesdienst- und Kerngemeinde reduziert - Basis der Verkündigung des Evangeliums und der Pastoralen Arbeit.

Gruppenbild der Berufsgruppe der Hildesheimer Gemeindereferentinnen bei ihrer Jahrestagung 2014 in Hemstedt.
Die Berufsgruppe der Hildesheimer Gemeindereferentinnen bei ihrer Jahrestagung 2014 in Hemstedt.
Weihbischog Bongartz sendet  Sara Asbach und gratulliert ihr am Ende des Gottesdienstes.
Weihbischog Bongartz sendete Sara Asbach in den Dienst des Bistums Hildesheim und gratuliert ihr am Ende des Gottesdienstes.