Gemeindereferentinnen Bundesverband

Glückwunsch zu 25 jährigen Jubiläum!

von Miriam Sacha

Fünfzehn Jahre war ich Vorsitzende des Berufsverbandes für Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten im Bistum Hildesheim. Seit sechs Jahren bin ich nicht mehr als Religionspädagogin tätig, umso mehr hat es mich gefreut vor einigen Wochen eine Einladung zum 25 jährigen Jubiläum zu bekommen.

Mittlerweile arbeite ich als Sozialpädagogin und pädagogische Kunsttherapeutin beim SOS-Kinderdorf Lippe und mein Lebensmittelpunkt ist nicht mehr im Bistum Hildesheim, sondern in Paderborn. Trotzdem lese ich regelmäßig auf der Homepage des Bistums und des Berufsverbandes, was es Neues gibt. Eine „innere“ Verbindung ist über all die Jahre geblieben.

Es war schön, die ehemaligen Kolleginnen und Kollegen und Ehrengäste wiederzusehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Es war eine sehr fröhliche und offene Stimmung, bei der ich mich schnell willkommen fühlte.

Vieles ist immer noch sehr vertraut und die berufspolitischen Fragen sind ähnlich geblieben. Auch nach 25 Jahren sind manche Fragen immer noch aktuell. Das Programm des Tages wurde von Werenfried Feld eröffnet, der zunächst begrüßte und Grußworte verlas. Dann lockerte ein Quiz die Stimmung auf, in dem die Geschichte des Verbandes abgefragt wurde, aber auch damals politisch relevante Fragen zu beantworten waren. Fotos wurden gezeigt und alle merkten: die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen. Frisuren und Outfits haben sich verändert, aber das berufspolitische Engagement der meisten ist „jung“ geblieben. Bewegend war sicherlich nochmal der Rückblick auf die Krisenzeiten. Im Jahr 2004 drohten Sparmaßnahmen das Berufsbild zu verändern, ja sogar die weitere Existenz von Laienmitarbeitenden in der Pastoral stand auf dem (finanziellen) Prüfstand. Es hatte zur Folge, dass gerade die jüngeren Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten gut überlegten, ob sie noch weiter im Bistum blieben, oder sich rechtzeitig andere Stellen in anderen Bistümern suchten, oder sogar ganz neue berufliche Wege beschritten. Ausbildung wurde für viele Jahre unterbrochen und „Nachwuchs“ im Studiengang Diplom Religionspädagogik blieb aus. Auch dies hatte Auswirkungen auf den Beruf, das Rollenverständnis und das Berufsbild. Wie nötig brauchen wir Ausbildung, wie wichtig sind junge Kolleginnen und Kollegen, Studierende im Praktikum, die neue Ideen einbringen und die Veränderungen in der Religionspädagogik, der Pastoraltheologie und anderen Themen einbringen und hinterfragen – dies alles waren und sind Themen und Fragen des Berufsverbandes. Sagte doch eine Kollegin: „Ich gehöre mit 43 Jahren zu den jüngsten Kolleginnen in Hildesheim“ – das sagt einiges aus über die Berufsgruppe.

Kleine Hoffnungsschimmer gibt es, hat doch die Ausbildung und das Studium in Paderborn wieder begonnen und eine neue junge Kollegin den Dienst aufgenommen.

Manche Themen also sind geblieben, einige dazu gekommen, manche gewachsen und gereift, einige sind eher in den Hintergrund getreten. Manch Dringlichkeit und manches Profil hat sich verändert, steht die Frage nach angemessener Bezahlung eher im Fokus, als zu Krisenzeiten – rückt das Rahmenstatut eher in den Mittelpunkt, als die Auseinandersetzung mit der Frage nach Büroausstattung oder eigenem Schlüssel.

Ich durfte als ehemalige Gemeindereferentin, die mit den Augen einer Frau schaut, die die Pastoral kennt und versteht „von außen“ betrachten, was und wie sich der Berufsverband in Hildesheim weiter entwickelt hat. Als ehemalige Vorsitzende war es mir ein Anliegen, die Ressourcen des Berufes als Berufung zu sehen und die Chancen zu nutzen, die dieser Beruf hat! Gerne habe ich mich in kollegialer Beratung mit anderen ausgetauscht, habe in unterschiedlichen Gremien den Verband vertreten, habe auf Bundesebene mitgewirkt und jungen Menschen Mut gemacht, sich für diese Kirche zu engagieren und ihren je eigenen Platz zu finden.

Im Vortrag des Gastreferenten – einem Vertreter des Bundesverbandes – Ralf Gassen, wurde sehr deutlich, dass sich Kirche und damit der Beruf der Gemeindereferentin und des Gemeindereferenten immer im Wandel befindet. Aufgaben verändern sich, Erwartungen verändern sich, es gibt neue Möglichkeiten, aber auch immer wieder Grenzen in der Arbeit.

Es ist Bewegung in Kirche – manchmal vor, manchmal zurück, vielleicht auch mal ein Schritt zur Seite, oder auf der Stelle. Wichtig finde ich, dass wir offen bleiben für die Fragen, die die Menschen bewegen und die wir in uns tragen. Dass wir achtsam mit uns und unseren Fähigkeiten umgehen, dass wir mutig in die Zukunft schauen und versöhnt auf die Vergangenheit blicken, um dann noch viele Jahre an und in der Kirche von Hildesheim mitarbeiten und gestalten!

Danken möchte ich allen, die vor und hinter den Kulissen das Jubiläum und den Tag vorbereitet haben. Und ich wünsche allen Mitgliedern des Berufsverbandes weiterhin eine gute und fruchtbare Zusammenarbeit.

Herzlichen Glückwunsch

 

Alle Teilnehmer auf dem Turm der Kreuzkirche. Im Hintergrund die Skyline von Hannover.
Turmbesteigung mit dem Impuls "Ausblick, Weitblick - auch in die weitere Entwicklung des Berufes.
Bei einem Quiz zur Verbandsgeschichte konnte man in Echtzeit per Smartphone teilnehmen.
Bei einem Quiz zur Verbandsgeschichte konnte man in Echtzeit per Smartphone teilnehmen.
Den anwesenden Gründungsmitgliedern wird ein Präsent vom aktuellen Vorstand überreicht.
Den anwesenden Gründungsmitgliedern wird ein Präsent vom aktuellen Vorstand überreicht.
Ralf Gassen vor den Teilnehmenden.
Ralf Gassen überbringt Grüße vom Bundesverband und liefert einige Impulse zur Entwicklung des Berufes.
Die Teilnehmer hinter einer Kerze in der Kreuzkirche.
Gottesdienst in der Kreuzkirche, Hannover.