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Nachklang zur 2. Vollversammlung

Von Regina Nagel

Angesichts der Fülle von Eindrücken, die mich positiv und negativ bewegen, gelingt mir aktuell kein Fazit. Nur eine Begebenheit möchte ich aufgreifen:
Mit einer Stimme Mehrheit beschlossen die Synodalen, sich (auf dem Weg über das Priesterforum) mit der Frage auseinandersetzen, ob es das Priesteramt überhaupt (noch) braucht. Diese Fragestellung beinhaltet für mich nicht nur die Frage, ob es eigens geweihte Seelsorger*innen mit ‚ontologischem Mehrwert‘ braucht. Es geht darum, das klerikal-hierarchische System der RKK auf den Prüfstand zu stellen: Dient es dem Leben nach dem Evangelium oder nicht? In der Pressekonferenz antwortete der Vorsitzende der DBK auf die Frage, ob tatsächlich diskutiert werden wird, ob es noch Priester brauche, mit dem für ihn typischen sanften Lächeln, so: „Aber nein, niemand hat die Absicht…“. Für mich war das eine Schlüsselszene: Was auch immer besprochen wird, die Deutungshoheit bleibt bei den Bischöfen.


Von Marie-Simone Scholz

Meine Gefühle nach der 2. Vollversammlung schwanken zwischen Freude und Ernüchterung. Die Debatten waren lebhaft, aber fair und konstruktiv. Die Ergebnisse der Abstimmungen sind richtungsweisend, auch wenn sie an vielen Stellen nach meinem Geschmack noch weiter gehen könnten. Wir haben uns als Gemeindereferent*innen gut einbringen können.
Besonders in Erinnerung bleiben wird mir die unsägliche Bemerkung von Bischof Voderholzer und die großartige Erwiderung von Bischof Overbeck, der von einem "Lehramt der Betroffenen" und "Jesus, als dem einzigen unfehlbaren Lehramt" sprach.
Ernüchterung stellte sich am Ende ein, als die Sitzung wegen zu vieler Abgereister (nicht wenigen Bischöfe) beendet wurde.
Schöne Begegnungen gab es am Rande der Sitzungen. Bei den Mahlzeiten habe ich an einem Tisch mit ausländischen Beobachtern aus Frankreich, Luxemburg und Österreich gesessen. Die Gespräche waren eine große Bereicherung.


Von Michaela Labudda

Ich bin hochzufrieden mit den wegweisenden Tendenzen, die wir bei dieser textintensiven Synodalversammlung diskutiert und verabschiedet haben. Mit viel größeren Mehrheiten als gedacht sind nahezu alle Anliegen zur Weiterarbeit zugelassen worden. Besonders freut mich die allzu späte Legalisierung zur Laienpredigt. (Nach jahrzehntelanger Praxis nun auch zu dürfen holt diesen Dienst aus der Beliebigkeit!). Außerdem freuen mich die expliziten Passagen zur Berufsgruppe z. B. in den Texten zur Wissenschaftsförderung von Frauen sowie zu synodalen Strukturen.
Und es war wunderbar, viele synodalen Weggefährt_innen „in echt“ wiederzusehen.