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Mitgliederversammlung 2020

Mitgliederversammlung des Berufsverbands der Gemeindereferent*innen

im Bistum Augsburg am 09. März 2020

 

Rund ein Viertel der Mitglieder trafen sich in Mindelheim zur alljährlichen Mitgliederversammlung. Die Vorsitzende Gudrun Schraml konnte ein neues Mitglied unter den Anwesenden begrüßen, sowie die beiden Gäste Heidelinde Kotzian (Diözesanreferentin) und Robert Ochs (Abteilung POP). Es folgte ein stilles Gebet für den verstorbenen Bischof Viktor Josef Dammertz sowie für unseren künftigen Bischof Dr. Bertram Meier.

 

In ihrem Rechenschaftsbericht verwies Gudrun Schraml darauf, dass die Anzahl der Mitglieder leicht angestiegen ist auf aktuell 39 Personen. Bedenklich ist allerdings der Altersdurchschnitt, der zwischen 50 und 60 Jahren liegt. Die Mitglieder wurden darum gebeten, gerade bei jüngeren Kolleg*innen Werbung für die Mitgliedschaft im Berufsverband zu machen.

Der Delegierte Stefan Schneid informierte die Anwesenden über die Beschlüsse der letzten Bundesversammlung.

 

Bei den anstehenden Neuwahlen wurden Gudrun Schraml als Vorsitzende und Christian Zengerle als Schriftführer wiedergewählt. Neu in die Vorstandschaft rückt Gabriele Hartmann als Kassiererin. Damit konnte dieses Amt nach zwei Jahren Vakanz wieder besetzt werden. Stefan Schneid vertritt uns weiterhin bei der Bundesversammlung.

 

Ein Blick voraus: 2021 wird unser diözesaner Berufsverband 10 Jahre alt. Beraten wurde, ob und wie wir dieses Jubiläum feiern sollen. Denkbar wäre im Anschluss an den GR-Tag 2021, der im Jugendhaus in Seifriedsberg stattfindet, ein kleines Festprogramm mit Kabarett, Konzert und Rückblick. Die Vorstandschaft wird sich darüber weitere Gedanken machen.

 

Der inhaltliche Teil der Versammlung beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit der Weiterentwicklung des Berufsbildes und der Pastoral im Bistum. Dazu waren drei Referenten eingeladen worden.

Christine Schaffranek informierte über Aktuelles aus dem Diözesanvorstand: In einem Gespräch mit dem ehem. Generalvikar Harald Heinrich und Herrn Karl Wolf von der Personalabteilung ging es um die Frage nach einer Neubearbeitung des Stellenplans. Es soll zwar keine Zwangsversetzungen geben, aber eine flexiblere Stellenbesetzung sei in Zukunft erwünscht. Außerdem beschäftigt sich der Vorstand mit den beruflichen Möglichkeiten von GRs mit Doppel-Bachelor, einer engeren Verzahnung zwischen Diakonie und Pastoral und der Verbesserung der Zusammenarbeit in den Hauptamtlichen-Teams vor Ort.

 

Diözesanreferentin Heidelinde Kotzian berichtete über die Überlegungen in der Personalabteilung zur Weiterentwicklung des Berufsbilds. Vielfach wird der Wunsch nach Weiterentwicklung im Beruf geäußert, denn viele Kolleg*innen hängen in der Erstkommunion- und Firmkatechese fest! Die Diözese hat ein großes Interesse am Einsatz von Doppel-Bachelor- und Masterabsolventen und lotet Einsatzmöglichkeiten aus. Es zeichnet sich ab, dass es dazu bayernweit wohl keine einheitliche Lösung geben wird. Auch die tarifliche Bezahlung wird wohl von Diözese zu Diözese flexibel gestaltet werden. Das Modellprojekt „Dekanatsreferent“ wird kommen und bald getestet. Hier soll v.a. auf GRs gesetzt werden; es wird eine höhere Entgeltgruppe geben, da mehr Verantwortung gefragt ist.

Angedacht ist auch, dass 20% der Arbeitszeit für konkrete Projekte reserviert werden können als Freiraum für „Herzensangelegenheiten“, die über die klassischen Felder hinausgehen. Gezielt sollen auch pilothafte Projekte unterstützt werden. Ziel der Berufsentwicklung ist eine größere Zufriedenheit in der Berufsgruppe.

 

Robert Ochs von der Abteilung Personal-, Organisations- und Pastoralentwicklung war eingeladen worden, um über „Pastoral auf neuen Wegen“ im Sinne von lokaler Kirchenentwicklung im Bistum zu berichten. (Weitere Infos möglich über die Homepage der Abteilung „kirche-entwickeln-beraten.de“.)

Wichtig sei es, nicht nur Lieblingsprojekte zu machen, sondern zu schauen, was im pastoralen Raum an der Zeit ist und wie Kirche dort präsent sein soll. Stichwort „Sozialraum-Analyse“: Was tut sich? Wie kann ich reagieren? Robert Ochs benannte drei Projekte, an denen er gerade arbeitet.

1) Klimaschutz

Die Diözese wird in die Klimaschutzarbeit einsteigen. Ein Klimaschutzmanager soll angestellt werden, der ein Konzept dazu erarbeitet, v.a. für Immobilien und kirchliche Flächen. So sollen z.B. die CO²-Emissionen von kirchlichen Gebäuden erfasst werden. Beispiele gibt es in anderen Diözesen, die das bereits praktizieren, z.B. Rottenburg-Stuttgart, Paderborn, Mainz; in Bayern bisher nur in Eichstätt.

2) Entwicklung eines neuen Stadtviertels

In Augsburg-Haunstetten Südwest wird ein neues Viertel mit über 10.000 Menschen geplant. Die Stadt Augsburg hatte bei der Diözese angefragt, wie Kirche dort präsent sein wolle. Nun gibt es Foren und Treffen zur Zukunftsplanung. Die Frage ist auch, inwieweit ökumenisch und evtl. auch interreligiös geplant wird. Ein neues Kirchengebäude soll es nicht geben, sondern Räume der Begegnung, evtl. auch mit diakonischem Aspekt.

3) Fördertopf für innovative pastorale Projekte

Es gibt einen Fördertopf, der momentan mit 100.000 € gefüllt ist. Gemeinden können sich bewerben, wenn folgende Kriterien zutreffen:

  • sozial-räumlicher Bezug
  • Neuartigkeit des Projekts (über den Standard hinaus)
  • Beteiligung (partizipatives Projekt)
  • Neue Adressaten im Blick

Die Abteilung POP bietet den Pfarreien Begleitung in der Entwicklung ihrer Projekte an.

Aus dem Mitgliederkreis wurde schließlich angeregt, die Visitationsergebnisse auszuwerten, um Erkenntnisse über den Ist-Stand der Pastoral im Bistum zu gewinnen und Entwicklungsbedarf zu erkennen.

 

Die Vorsitzende Gudrun Schraml konnte am Ende der Versammlung feststellen, dass es kleine ermutigende Schritte gibt, denen hoffentlich noch viele folgen werden!

 

 

Für den Bericht: Christian Zengerle und Gudrun Schraml