Gemeindereferentinnen Bundesverband

Fragen an Regina Seneca ...

von Gabriele Fischer

      ... die neue Diözesanreferentin, Bischöfliche Beauftragte für die GR in DRS

Was hat Dich motiviert, Dich für diese Aufgabe zu bewerben? Ich liebe meinen Beruf, habe nach fast 25 Jahren immer noch große Freude an der Vielfalt und Intensität. Ich war 11 Jahre Pastorale Ansprechperson und Kindergartenbeauftragte, habe viele Erfahrungen gesammelt in Sachen Personalverantwortung und –pflege. Zudem werden meine Kinder flügge, der erste beginnt im Oktober mit dem Studium. Ich bin jetzt 48 Jahre und finde, dass das jetzt ein durchaus richtiger Zeitpunkt ist, was Neues zu wagen und ein Mehr an Verantwortung zu übernehmen.

Für welche Schwerpunkte möchtest Du besonders eintreten? Mit dem Wandel von Kirche wandelt sich auch unser Berufsbild, unsere Rolle. Da möchte ich meiner Berufsgruppe Mut machen, sich nicht vor der Rolle der Leitung und Begleitung von Pro-zessen, Gemeinden, Gruppen zu scheuen.

Wo siehst Du unseren Beruf in 15 Jahren? Ich sehe uns noch mehr beim Leiten und Begleiten von Prozessen in den Gemeinden, noch mehr beim Netzwerken und Ermöglichen, weniger beim Selber-Durchführen. Ich habe neulich gelesen, dass die hauptamtlichen Mitarbeiter*innen in der Seelsorge Anwält*innen der Weiterentwicklung der Gemeinden sein müssen, das finde ich gut formuliert, da steckt Dynamik drin!

Welche Ideen hast Du für die Personalentwicklung unserer Berufsgruppe? Auf die sich ändernde Rolle hin können und müssen wir uns einstellen und unsere Berufsgruppe dahingehend (weiter)qualifizieren, Umbrüche in Gemeinden zu begleiten. Für unsere Aufgabe, Menschen zu befähigen, dass sie ihr Gemeindeleben vor Ort eigenverantwortlich übernehmen können, brauchen wir unterstützende Systeme und weitergehende Qualifikation.

Wie stellst du dir eine Personalführung für Einzelne vor? Auf jeden Fall individuell! Besonders für Menschen in Problemsituationen möchte ich als Klärungshilfe zur Verfügung stehen. Darüber hinaus macht für mich Personalführung/-entwicklung nur im Miteinander der Berufsgruppen Sinn, in Absprache innerhalb meiner Hauptabteilung mit der verantwortlichen Kollegin für die Pastoralreferent*innen und den verantwortlichen Kollegen für die Diakone und Priester.

Was hältst Du von diesen ewig und immer wieder ausgeschriebenen Stellen, die als „unbesetzbar“ gelten? Das ist ein Problem, ohne Frage! Das Resultat („Da geht niemand hin.“) hat vielfältige Ursachen, die ehrlich angeschaut werden müssen. Von daher bedarf es eines weiten Blickes auf die Gesamtsituation. Und dazu kann ich erst dann qualifiziert was sagen, wenn ich mich da hineingearbeitet habe. Auf jeden Fall kann die neue, integrierte Stellenplanung hilfreich sein, um den Blickwinkel zu weiten auf Möglichkeiten hin, die u.U. so noch nicht angedacht wurden oder bislang nicht ohne weiteres möglich waren.

Wo bzw. was sind Deine Kraftquellen? Findest Du Zeit für Hobbies und wenn ja, welche? Taizé ist für mich definitiv ein Kraftort, für meine persönliche und für die gemeinschaftliche erlebte Spiritualität. Morgens brauche ich mindestens eine halbe Stunde für Gebet (Laudes) oder Stille. Zeit für Hobbies findet sich durchaus, z.B. Orgelspielen in den Gottesdiensten am Wochenende. Fürs Lesen und Nähen ist es schon schwieriger im Alltag Zeit zu finden, aber es gibt ja auch Urlaub und ab und an ein freies Wochenende.

Welches Bild wird auf Deinem Schreibtisch stehen? Ich versuche meinen Schreibtisch so leer wie möglich zu halten. Aber an der Wand sind Postkarten aus Taizé, Chartres und vom Jakobsfenster aus Fraumünster in Zürich. Und demnächst vielleicht eine Radierung von der wunderschönen Altarwand aus Köngen.

Liebe Kollegin, herzlichen Dank für Deine Antworten. Alles Gute und allzeit Gottes stärkende Begleitung auf dem Weg des Neuen.

Regina Seneca wird ihre neue Stelle am 1. Oktober 2018 antreten. Ursula Schieler wird zum Jahresende aus ihrem Amt ausscheiden.