Gemeindereferentinnen Bundesverband

von Markus Etscheid-Stams, Regina Laudage-Kleeberg und Thomas Rünker

Über Geld, pastorale Chancen und nötige Kirchenentwicklung – die Kirchenaustrittsstudie des Bistums Essen

Was hält die einen Menschen in der Kirche und warum treten andere aus? Die Analyse des Bistums Essen beleuchtet die Motive und Mechanismen von Kirchenbindung und -austritt, reflektiert diese theologisch und fordert neben ganz konkreten Konsequenzen auch ein neues Kirchenbild.

Nicht nur im Bistum Essen verlassen seit Langem Jahr für Jahr tausende Menschen die katholische Kirche. Bislang hat die Kirche kein Rezept gegen diesen Trend der Kirchenaustritte gefunden, sich aber auch kaum mit dem Thema auseinandergesetzt. Die Studie Kirchenaustritt – oder nicht? Wie Kirche sich verändern muss“ (2018) sorgt nun für ein besseres Verständnis dafür, weshalb Menschen die Kirche verlassen – und warum andere Mitglied der Kirche bleiben, selbst wenn sie nur selten deren Angebote nutzen. Aus diesem neu gewonnenen Verständnis werden Strategien und konkrete Maßnahmen entwickelt, die die Kirche attraktiver werden lassen und den Zugehörigkeitswunsch ihrer Mitglieder stabilisieren.

DRAMATISCHE FINANZIELLE FOLGEN

Standen in den bisherigen Untersuchungen des Themas vor allem die pastoralen Auswirkungen von Kirchenaustritten im Fokus, so beleuchtet die Essener Studie auch die finanziellen Hintergründe – und macht so die besondere Brisanz des Themas für die Kirche als Organisation deutlich. Konkret rechnet man im Ruhrbistum pro Austritt mit mindestens 500 Euro Verlust an jährlichen  Kirchensteuern – eine zurückhaltende Schätzung mit Blick auf das relativ geringe Lohnniveau im Ruhrgebiet.

Anderswo in Deutschland wird mit mindestens doppelt so hohen Werten kalkuliert. Multipliziert man diese 500 Euro mit den 4.000 Kirchenaustritten im Bistum Essen im Jahr 2016, ergibt sich eine Minder-Einnahme von zwei Millionen Euro. Die Summe entspricht
etwa dem Bistumszuschuss für zwei seiner Schulen oder 20 Kindertagesstätten. Ein Verlust, der sich Jahr für Jahr vervielfacht:
Denn diese zwei Millionen Euro „fehlen“ in allen Folgejahren, in denen dann aber wiederum, Jahr für Jahr, weitere Menschen austreten. Die Dramatik wird noch deutlicher, wenn man auf die Lebensalter schaut, in denen Katholikinnen und Katholiken ihre Kirche verlassen: Die meisten Menschen, die aus der Kirche austreten, sind im Alter zwischen 25 und 35 Jahren.

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